Earshot.at about “Ocean of illusions”

29.11.2007
Nur weil es eine All-Girl-Combo ist, heißt das noch lange nicht, dass es harmlose Düster-
Romantik sein muss: Meine Herren, der Schweizer Vierer SHEVER (bzw. shEver) ist
vielmehr dem puristischen Funeral Doom verschrieben und gemacht, um Blut und
Lebenswillen zum Gefrieren zu bringen.
Widmen wir uns “Ocean of Illusions”, nach einem Demo und einer Promo der erste Full-
Length-Release: Was verhältnismäßig schwungvoll und mit recht prägnanten Death-
Metal-Einschlag beginnt (WINTER lassen grüßen), entwickelt sich bald zu einer zähen
Brühe eingekochter Verzweiflung im Geiste von EVOKEN und Konsorten. Nicht zuletzt
verantwortlich für die Todesblei-Assoziationen sind die sehr rauen Vocals, die
passagenweise schon die Grenze zur (Suicide-)Black Metal-Hysterie überschreiten. Das
weiß zu gefallen. Die cleanen Background-Passagen klingen dafür ein wenig dünn. Gut
wiederum ist das eher verhaltene Geraune welches zum Einsatz kommt, sobald SHEVER
die klassischere Doom-Schiene fahren.
Überhaupt, an Abwechslung mangelt es “Ocean of Illusions” nicht, aber – sympathisch
dogmatisch – stets innerhalb der Grenzen der diversen Spielarten des Doom-Metal. Die
Diversität verbindet sich in konsequenter Weltuntergangsstimmung. Auch nicht schlecht:
Das tut sie in topsolider Produktion.
Marian

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